Monsieur vom roten Mohn, genannt Moritz ("Mausi")

Hovawart Monsieur vom roten Mohn
Das Foto entstand im März 2015 am Strand von Oostkapelle, Zeeland (NL).

Monsieur vom roten Mohn

Wurfdatum: *06.12.2011

Zuchtbuchnummer: VDH-HO 35431-11 (RZV)

Farbe: schwarzmarken

HD-Befund: A1

ED/OCD: frei

erbliche Augenerkrankungen: keine

erbliche Herzerkrankungen: keine

NZB, JB, ZTP bestanden

Ausstellungen: CAC-Schau Offene Klasse V3 (2x)

und CACIB-Schau Zwischenklasse SG1

Leistungsprüfung: BH

1. Wurf: B. vom Thünemeyers Hof (*30.11.2015)

2. Wurf: A. vom Rhönrad (* 04.09.2016)


Warum Moritz für mich so besonders ist

Äußerlichkeiten

Moritz ist ein großrahmiger, eleganter Rüde mit sehr raumgreifendem Gangwerk. Er hat mittelbraune Augen. Das Scherengebiß ist vollzahnig mit wenig Veranlagung zu Zahnstein. Er sabbert weniger als alle seine Vorgänger. Die Ohren sind korrekt angesetzt und getragen. Die Rute hängt im Stand gerade aus. Die Hinterbeine sind weder zeheneng noch kuhhessig, sondern schön gerade.

 

Natürlich ist er für mich der schönste Hund der Welt!

September 2015 in der Normandie (F) - nach dem Bad im Meer windzerzaust bei einer Dünenwanderung
September 2015 in der Normandie (F) - nach dem Bad im Meer windzerzaust bei einer Dünenwanderung

Spiel im schneefreien Winter 2014/2015 in Heidelberg
Spiel im schneefreien Winter 2014/2015 in Heidelberg

Innere Werte

Moritz ist pfiffig. Von allen meinen Hovawarten (er ist inzwischen mein vierter) ist er der gescheiteste. Er lernt schnell (im Guten wie im Schlechten). Leider klaut er wie ein Rabe. Seinen Wünschen (z.B. nach Futter, Ausgang oder Spielzeug) verleiht er gelegentlich lautstark Nachdruck. Moritz ist der schmusigste Hovawart, den ich je hatte. Er ist ein Spätzünder. Auch das Spielen fing er später als seine Vorgänger an, aber inzwischen ist er leidenschaftlich. Er hat viel Beutetrieb, aber jagt bzw. wildert zum Glück nicht. Beim Autofahren ist er Vollprofi. Die Strecke Heidelberg - Finistère (Bretagne, Frankreich) sitzt er sozusagen auf einer Backe ab. (Von Frau Dr. Schalke habe ich übrigens gelernt, daß die Fahrkrankheit, also die Übelkeit beim Autofahren, vererbt wird.)

 

Moritz spielt mit seiner Freundin Paula ex Mercator 2013 in der Normandie (F)
Moritz spielt mit seiner Freundin Paula ex Mercator 2013 in der Normandie (F)

Sozialverhalten

Moritz spielt mit seinen Hundefreunden gern und ausgelassen. Er kann dabei sehr großzügig und geduldig sein, gegenüber jüngeren auch richtig herablassend. Bei Bedarf hängt er den Macho raus. Er geht Streit nicht aus dem Weg, ist aber kein Raufer.

Menschen unterteilt Moritz als guter Hovawart in genau zwei Kategorien: "kenne ich" (Familie, Freunde) und "kenne ich nicht" (alle anderen). Letztere haben in der Nähe von Wohnung, Arbeitsplatz, Auto etc. seiner Ansicht nach nichts verloren. Wir arbeiten erfolgreich daran, daß er uns nicht gegen harmlose Passanten verteidigt.

 

Schutzdienstwochenende im September 2014 in Tauberbischofsheim
Schutzdienstwochenende im September 2014 in Tauberbischofsheim

Sport

Moritz wird im VPG-Sport und in Obedience trainiert - jedenfalls soweit meine Zeit und mein leider doch begrenztes Talent als Hundeausbilderin es zulassen. Die Begleithundeprüfung hat er 2015 bestanden. 1000 Dank an alle Trainer/innen und Helfer/innen, die Moritz und mir zu unseren Fortschritten verholfen haben!

 

Hier genießt Moritz eine Rinderbeinscheibe, 2012 in der Bretagne (F).
Hier genießt Moritz eine Rinderbeinscheibe, 2012 in der Bretagne (F).

Ernährung

Du bist, was Du ißt - das gilt natürlich auch für Hunde! Moritz wurde deshalb mit sehr hochwertigem Futter aufgezogen und während des Wachstums besonders schlank gehalten. Er bekommt immer noch Marken-Trockenfutter und Teil-BARF-Rationen (nach Rationsberechnung). Daß er sein Futter mit Gestohlenem "aufwertet", macht die Sache allerdings manchmal etwas schwierig.

 

 

Interesse an einem Hovawart?

Ich habe im Hovawart "meinen" Hund gefunden. Daß ich diese Rasse liebe, sieht man daran, daß nun schon der vierte Hovawart mein Leben teilt.

Wenn Sie selbst gerade auf der Suche nach Ihrem eigenen Traumhund sind und über die Anschaffung eines Hovawarts nachdenken, sollten Sie verschiedene Rassevertreter persönlich kennenlernen, ausführlich mit den Besitzern sprechen und sich gut überlegen, welche Ansprüche Sie an Ihren Hund und Ihr Leben stellen und ob ein Hovawart diese erfüllen kann.

 

Was mir am Hovawart so gut gefällt:

Ich finde diese Hunde wunderschön. (Aber das ist bekanntlich Geschmacksache.)

Sogar die Stimme ist schön; ein Hovawart bellt wohltönend in Bariton bis Baß. Er ist aber kein Kläffer.

Ein Hovawart wildert nicht. (Ausnahmen bestätigen die Regel.)

Die Rasse ist sehr gesund. (Mein eigener Hund soll schließlich nicht mein bester Patient sein!)

Ein Hovawart ist robust und verträgt physisch und psychisch auch mal einen Knuff.

Normalerweise sind diese Hunde sehr ausgeglichen.

Hovawarte sind relativ klug. (Was aber auch ein Nachteil sein kann.)

Das Fell ist pflegeleicht. Man braucht weder einen Hundefriseur noch Mäntelchen oder anderen SchnickSchnack. (Kamm und Haarbürste sowie Zahnbürste sollten aber regelmäßig im Einsatz sein.)

Hovawarte sind sportlich und unternehmungslustig. Das Motto lautet "Dabeisein ist alles". Egal ob Spazierengehen, Wandern, Nordic Walking, Joggen, Bergwandern, Reiten, Radfahren (nicht Rennradfahren), Skaten, Skilanglaufen, Schwimmen - ein Hovawart macht fast alles mit. Er ist leistungsfähig und mit etwas Training sehr ausdauernd.

Mit einem Hovawart fühle ich mich beschützt und sicher. Er paßt auf und bewacht mich und mein Eigentum.

Ein Hovawart weiß, was er will. (Böse Zungen bezeichnen das als Sturheit, Fans als Triebbeständigkeit.)

Hovawarte haben einen ganz speziellen Humor. (Man braucht allerdings auch Humor, um diese Hunde zu lieben.)

Ein Hovawart ist normalerweise beim Spaziergang temperamentvoll und im Haus ruhig.

Hovawarte sind tolle Begleiter, Wächter, Sportfreunde und Familienhunde.

 

Was ich beim Hovawart in Kauf nehme:

Ein Hovawart haart. Und zwar ganzjährig und reichlich! Entweder muß man täglich kämmen und bürsten oder täglich staubsaugen. Tatsächlich tut man am besten beides. (Ob man einen schwarzen oder blonden Hovawart bevorzugt, entscheidet sich durch die Frage "wollen Sie die Haare in der Butter sehen oder nicht?")

Sowieso ist ein normaler Hovawart ein halbes Wildschwein. Schwimmt bei jedem Wetter und in jeder Jahreszeit, suhlt im Dreck, pflügt durch lehmige Äcker, wälzt sich in Kuhfladen, stolziert duch Klettensträucher, latscht durch Schlammpfützen, sabbert bei Hunger und Aufregung, frißt vom Misthaufen - um sich anschließend voller Liebe fest an einen zu drücken und am besten noch durchs Gesicht zu lecken. (Muß man mögen...)

Die Spucke vom Hovawart ist zäh und klebrig und hinterläßt nach der Waschmaschine eine Art Schneckenspur.

Hovawarte sind Spätzünder. Erwachsen werden sie erst zwischen drei und vier Jahren, und zwar körperlich und seelisch (von "geistiger Reife" wagt man kaum zu sprechen). Bis dahin muß man sich mit allerlei Kindereien und Jugendsünden beschäftigen. Zerfetzte Hausschuhe, angefressene Möbel, freigelegtes Mauerwerk, verkasperte Trainingseinheiten etc. gehören dazu. Moritz verdanke ich in drei Jahren mein 7. Paar Hausschuhe (normalerweise halten die bei mir viel länger!).

Hovawarte sind gute Fresser. Genau gesagt: sie fressen wie die Irren und stehlen wie die Raben. (Mir wird aber immer wieder von Ausnahmen berichtet). Fütterung mit Augenmaß und konsequente Erziehung sind unbedingt nötig.

Da Hovawarte Spätentwickler sind, brauchen sie auch in der Ausbildung mehr Geduld und Ausdauer als andere. In der Zeit, in der man einen Hovawart prüfungsreif ausbildet, kann man sicher drei Schäferhunde gleich weit haben.

Ein Hovawart ist also nicht unbedingt das, was man leichtführig nennt. Die Erziehung erfordert viel Konsequenz, Geduld, Ausdauer und Geschick.

Manchmal übertreibt der Hovawart mit Wachen und Schützen. In der heutigen Zeit werden Angriffe gegen Menschen und Tiere, selbst wenn dabei gar nicht zugebissen wird, nicht toleriert. Ein Hovawart muß also so gut erzogen werden, damit er stets unter Kontrolle ist. Das macht mehr Arbeit als einen "Everybodies Darling" zu haben.

Ein Hovawart ist definitiv ein Winterhund, kein Sommerhund. Hitze vertragen sie nicht so gut wie Kälte. Moritz' Lieblingswetter ist - wie das seiner Vorgänger - Nieselregen bei +2°C. (So ein Wetter, bei dem ich mich frage, warum ich eigentlich unbedingt einen Hund haben muß.) Einer seiner Vorgänger lag auch im Winter gern im Freien und ließ sich einschneien.

 

Was mir beim Hovawart nicht so gut gefällt:

Man muß einen Hovawart sehr, sehr konsequent erziehen, um langfristig einen gesellschaftsfähigen,  folgsamen Hund zu haben.

Hovawarte sind Rüpel und Grobmotoriker. Sie neigen dazu, auf der Hundewiese einem fremden Hund mit Vollgas entgegen zu stürmen, gern auch dabei bellend, und erst auf den letzten 10 Zentimetern eine Notbremsung hinzulegen (jetzt ist ja ein höfliches Begrüßungsritual angesagt!) und dann in keiner Weise zu verstehen, warum der andere so unentspannt bis unfreundlich ist. Sie rempeln oft auch gegen Menschen und im Weg stehende Bäume (was mal mehr für den Menschen, mal mehr für den Hund unangenehm sein kann). Eine gute Sozialisation, der Besuch gut geführter, unbedingt gemischtrassiger Welpenstunden und liebevoll-konsequente Erziehung ist da aus meiner Sicht ein Muß.

Vor allem Hovawartrüden können sich zu einem Macho, rauflustigen Obelix und Haustyrannen entwickeln, wenn man die Erziehung auf die leichte Schulter nimmt. (Und denken Sie auch bei dem entzückenden, süßen, kleinen Welpen an die Geschichte von Hänschen und Hans!)